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Wie kommt man eigentlich auf die Idee, Songtexte zu schreiben?
Eigentlich hatte ich schon als Jugendlicher in den 70ern das Bedürfnis, englischen Hits ein deutsches Gegenstück zu geben und habe zu Popsongs oder Balladen einen deutschen Text geschrieben. Deutsche Versionen von Cat Stevens-Songs waren übrigens bei den Mädels der Renner!
In den 80ern schrieb ich dann Texte zu allen möglichen Themen und reimte, was das Zeug hielt. Einige Gedichte zu allen möglichen Anlässen (z.B. für Kollegen) aus dieser Zeit sind immer noch existent. Und dann lief lange Zeit nichts.
Inzwischen hatte sich meine lustigen lyrischen Werke auf den Familienfeiern einen festen Platz erobert und wurden zu einem Highlight der Partys. Für Freunde und Bekannte habe ich dann Gedichte zu Geburtstagen oder Schulabschlüssen geschrieben. Irgendwie fiel es mir anscheinend leicht, die passenden Worte zu finden und zu kombinieren.
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Vor einigen Monaten bat mich ein Songwriter, ein paar seiner Songs im Radio vorzustellen, was ich auch gerne gemacht habe. In dem Zusammenhang fiel mir auf, dass ich das vielleicht genauso gut könnte. Und da war mein Ehrgeiz geweckt. Ich setzte mich hin und schrieb Texte, natürlich in Deutsch, denn ich welcher Sprache sonst kann man sich so gut ausdrücken wie in seiner Muttersprache?
Aber was macht man mit den geschriebenen Songs? Ich versuchte, sie zu vermarkten, denn radiotauglich waren doch einige von ihnen. Und so nimmt man Kontakt mit Musikverlagen auf, und plötzlich - nur zwei Monate nach Beginn meines Textens - hielt ich den ersten Vertrag in Händen.
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Und woher kommen die Textideen?
Die besten Ideen habe ich, wenn ich durch die Natur laufe und im MP3-Player so richtig gute Countrymusik höre. Da in der amerikanischen Coutrymusik immer ganz tolle Geschichten verarbeitet werden, fallen auch oftmals sehr prägnante Sätze. Und solch ein Satz reicht als Initialzündung für mein Kopfkino aus. Du hörst einen Satz, ein Wort oder hast aus der erzählten Geschichte ein Bild vor Augen, und sofort spinnt sich darum und daraus eine Geschichte oder eine Textzeile, die so spannend ist, dass sich allein schon daraus etwas entwickelt. Und schon ist die Maschinerie in Gang gesetzt.
Bereits unterwegs - schließlich lauf ich noch immer in der Gegend rum - habe ich Refrainzeilen im Kopf und dichte passende Reime dazu. Nun muss ich nur noch zusehen, dass ich das Erdachte nicht vergesse, bis ich am PC sitze. Denn schließlich bin ich schon über 50!
Aber auch wenn es draußen regnet oder schneit oder kein Country läuft, fällt mir etwas passendes ein. Ähnlich wie bei den Extremkletterern reicht oftmals eine kleine Ecke aus, um als Basis für den nächsten Aufschwung zu dienen.
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Was unterscheidet meine Texte denn nun von denen der Kolleginnen und Kollegen?
Es gibt sehr viele sehr gute Texter(innen), vor denen ich jede Menge Respekt habe und die mich immer wieder mit ihren tollen Ideen und Ausdrucksweisen überraschen können. Aber überraschen kann ich auch! Schliesslich ertappe ich mich immer wieder einmal dabei, über Dinge und Geschichten zu schreiben, die bisher in der deutschsprachigen Musikszene noch nie oder nur sehr selten besungen wurden. Denn es bringt nicht sehr viel und hebt dich auch nicht aus der Masse heraus, wenn du zum zehntausendsten Mal über einen Kuss im Abendrot singst (es sei denn, du beschreibst ihn auf eine ganz besondere, einmalige Art und Weise).
Ich möchte, dass die Hörer Minuten nach Ende des Songs noch wissen, um welche Geschichte sich das Lied drehte und dass sie das Lied inspiriert hat, sich die erzählte Geschichte gedanklich vorzustellen. Wenn die Hörer das sogenannte “Kopfkino” eingeschaltet hatten, war meine Geschichte so erzählt, wie ich es erhofft hatte. Und das würde mich freuen.
Weiterhin kenne ich bei meiner Wortwahl so gut wie keine Tabus. Das heißt jetzt nicht, dass ich mich vulgär oder sexistisch ausdrücke; weit gefehlt! Ich meine damit nur, dass ich auch mal Wort verwende, die man aus dem deutschen Schlager nicht kennt, wohl aber aus der Umgangssprache. Und ich denke, wie man spricht, so kann man auch ruhig singen. Oder? Schließlich muss ein Schlager nicht immer so klingen, als würde er von einem Podest heruntergesungen. Denn oftmals ist er nicht mehr (aber auch nicht weniger) als ein Dialog, mit der besungenen Person oder mit dem Hörer.
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Wenn jemand Interesse gefunden hat, darf er/sie/es sich gerne bei mir melden. Die Tel-Nr. ist 0591-57800.
Emails erreichen mich unter: LHeising(at)web.de
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